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Pilotprojekt in NRW - Schule schafft Hausaufgaben ab

(RP) Die Schüler wirds freuen: Eine Hauptschule in Goch hat die Schulstunden von 45 auf 60 Minuten verlängert; die Hausaufgaben wurden abgeschafft. Schulministerin Barbara Sommer begrüßt den Versuch. Das neue Schulgesetz macht’s möglich. „Wir wollen eigenständige Schulen und geben ihnen die Freiheit, die für sie optimalste Lösung zu finden“, so NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) auf Anfrage unsere Redaktion.




Die Gustav-Adolf-Hauptschule in Goch, die sich im Ganztagsaufbau befindet, hat als eine der ersten Schulen in NRW ihren Stundenplan gründlich umgekrempelt. Dort dauert der Unterricht 60 statt 45 Minuten wie landesweit üblich.

 

Außerdem haben die 300 Schülerinnen und Schülern in der Regel – abgesehen vom Vokabellernen – keine Hausaufgaben mehr zu machen, wenn sie nachmittags um 16 Uhr (der Unterricht beginnt um 8.30 Uhr; 30 Minuten Frühstückspause, eine Stunde fürs Mittagessen) die Schule verlassen.

 

 

Übungsblöcke eingebaut

 

Stattdessen werden Übungsblöcke in die jeweilige Unterrichtseinheit eingebaut. Das habe den Vorteil, dass der Fachlehrer sofort für Nachfragen zur Verfügung stehe, erläutert Schuldirektor Franz van Beek. Zuvor hätten bei der Hausaufgabenbetreuung im Rahmen des Ganztagsbetriebs externe Kräfte, meist Erzieherinnen, die Hausaufgaben kontrolliert. Doch nicht immer hätten sie ausreichende Fachkenntnisse gehabt.

 

Ganztagskoordinator Klaus Willwacher verweist aber auch darauf, dass es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit den Hausarbeiten gegeben habe: „Es war ein ständiger Kampf im Unterricht. Da wurde viel Zeit vertan.“ Etliche Schüler hätten zu Hause einfach nicht die Ruhe dafür gefunden, andere seien schlichtweg überfordert, „und manche sind wohl auch zu faul“.          Die Schulkonferenz (Vertreter von Lehrern, Eltern und Schülern) hatte die Reform an der Gocher Hauptschule zu Beginn des neuen Schuljahres beschlossen.

 

Probleme mit dem Alter

 

Probleme hätten damit zunächst die Lehrer gehabt, und das liege am Alter, sagt van Beek: „Das Durchschnittsalter unserer Pädagogen liegt bei etwa 54 Jahren.“ So manch eine Lehrkraft habe Schwierigkeiten damit, eine Stunde lang zu unterrichten. Durch die veränderten Zeiten falle aber kein Unterricht aus; allerdings komme es zu Verschiebungen: „Dann haben die Schüler nur vier bis sechs Fächer am Tag statt sieben oder acht.“          Josef Kraus, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes (DL), ist dennoch skeptisch: „Wenn man aus drei 45-Minuten-Stunden zwei zu 60 Minuten macht, dann geht das auf Kosten des Unterrichts.“

 

Auch der Verzicht auf Hausaufgaben stößt bei ihm auf Kritik: „Hausaufgaben sind ja keine Schikane, sondern dienen der Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit.“ Ute Schäfer (SPD), die frühere NRW-Schulministerin, findet dagegen Versuche wie in Goch durchaus beachtenswert. Allerdings müsse die individuelle Förderung der Schüler sichergestellt werden.

 

Quelle: RP-Online


 
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